Stillstand beheben - Dialog aufbauen

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Geehrter Stadtrat Gerolsteins.

 

Nichts wäre Gerolstein teurer zu stehen gekommen, als die Umsetzung der Pläne von FACO & FIRU. Zu deutlich war spürbar wie unstimmig alles war und wie wenig an Entwicklung für Gerolstein sich abzeichnete. Zu Recht bildete sich Widerstand, der letzten Monat mit der Demission von FACO eine weitere, sehr wichtige Richtungsentscheidung fand.

 

Wenn Herr Bongartz mitteilt, „Wir lassen uns von keinem Unternehmer vorschreiben, was wir wann zu tun haben. Für die Stadt habe immer im Mittelpunkt gestanden: Bringe diese oder jene Idee die Stadt weiter, führe sie zu einer Belebung der Innenstadt“, dann gilt dies auch für die geistigen und konzeptionellen Wegbegleiter FACOs, das Büro FIRU. Da deren beide Planungs-Ziele unstrittig nicht erreicht wurden, deren Methodik unpassend sind, wie sie u.a. die Deutungshoheit über Gerolstein beanspruchten, scheint ein weiterer Schritt nun vorstellbar.

GEROLSTEINER hat ihre FACO zurück gezogen um einen Neustart zu beginnen. Mit welcher Überzeugungskraft kann denn noch Ihre FIRU weiterarbeiten? Stünde es nicht Gerolstein zu Ihrerseits die verbrauchten Kräfte abzurufen oder zumindest den Arbeitsauftrag mit FIRU neu zu definieren?

 

Außer ordentlichen Kartierungsarbeiten im Zuge der Neuaufstellung eines FNP hat sich FIRU ansonsten selbst ein Armutszeugnis ausgestellt. Weder kann Abriss von historischer Bausubstanz ein ernst gemeinter Bestandteil eines Stadtumbaus sein, noch können Phantasieachsen von Entwicklung und teure Gutachten mit sinnentleerten Prozentangaben darüber hinwegtäuschen, wie wenig FIRU für Gerolstein selbst aktiv war. Wer gegen den Widerstand fast aller ein shopping-Areal, wie es FIRUs langjähriger Partner ECE erstellen würde, durchsetzen möchte, zeigt nicht nur auf wie wenig den Planern das Wohl ihres eigentlichen Auftraggebers am Herzen liegt, sondern verdeutlicht wie sehr Partikularinteressen über das Gemeinwohl gestellt wurden.

 

Doch wirklich opponiert wurde nicht. Daher verwundert es nicht, wie weit FIRU einen weiteren Arbeitsauftrag, den der Moderation und der Bürgerbeteiligung, instrumentalisierte und seinen Planungs-Zielen unterordnete.  Ein in diesen Belangen weitest gehend unerfahrenes Gerolstein und selbst von Strukturen durchdrungen die intransparente deals ermöglichten, schien es so, dass derart „bewährte Wege“ (Pauly) und Machtstrukturen unangetastet bleiben sollten.

 

Obwohl diese Politik vorbei am Souverän und Gemeinwohl krachend gescheitert ist, leider anderswo in Gerolstein noch immer weiterwirken soll, wie Drahtwarenfabrik, zog bisher nur das private GEROLSTEINER Konsequenzen.

 

Der Ausstieg von GEROLSTEINER ist nun deren Einstieg in die Belange Gesamt-Gerolsteins, ist deren Bereitschaft sich mit allen zusammen zu tun, ohne eigentliche Vorbedingungen.

Für diese Wende braucht es nun weit mehr als ein weiter so im alten Stil und der Einberufung von „einer“ Bürgerversammlung. Den bisherigen Mangel an Dialog, der in 7 Jahren nichts hat entstehen lassen, ist zu beheben. Die Schlüsselstelle des weiteren Werdens und Erfolgs liegt darin die Qualitäten, Gemeinsamkeiten und Möglichkeiten in Gerolstein zu benennen und zusammen zu bringen. Da FIRU dies Ziel wohl nie hatte, oder schlichtweg es auch nicht kann, ist zumindest ihr dieser Teil des Auftrags sofort zu kündigen und neu auszuschreiben.

 

Das Zusammenkommen der Menschen und Einrichtungen ist eine unverzichtbare Voraussetzung einen integrativen und alle umfassenden Dialog in Gerolstein zur weiteren Stadtentwicklung aufzubauen. Eine freie, frische und unverbrauchte Moderation kann das. Die Umstände sind JETZT günstig um damit unmittelbar zu beginnen.  

In einer Allianz aus Privatwirtschaft und öffentlicher Institutionen kann mit verhältnismäßig geringen Geldmitteln eine wahrhaftig professionelle und von privaten Interessen befreite Moderation bestellt und vorfinanziert werden. Eine derartige Person mit ausgezeichneter Fachkompetenz und inter-nationaler Reputation ist bereits angefragt. Sie stünde für Gerolstein zur Verfügung.

Eine Mitteilung reicht und die Dame würde Sie unverbindlich in einem Besuch vor Ort von den Möglichkeiten überzeugen was eine fähige Moderation an Gemeinschafts- und Gemeinwohlbildung im Stande ist zu leisten. Gönnen wir es uns!

Da auch GEROLSTEINER unterrichtet ist, obliegt es nun auch Ihnen Courage und Weitsicht zu zeigen und was in die Zukunft Gerolsteins zu investieren.

 

Zumindest auf dem Gelände mit den wichtigsten Brunnen des weltweit berühmten Gerolsteiner Mineralwassers kann jedwede Weiternutzung doch thematisch nur nahe der Quellen sein. Ob es eine städtebauliche, touristische, wirtschaftliche, gesundheitliche, wissenschaftliche Nutzung ist, alles ist möglich. Gerolstein als Brunnenstadt muss sich nicht neu erfinden. Warum auch? Wasser ist wichtiger denn je, es ist das Gold des 21. Jahrhunderts, das Brunnengelände hat es und ist daher wie geschaffen ein Campus Wasser zu sein auf dem jene Optionen und weitere mehr ein zu Hause finden können.

 

Mainz seinerseits sucht händeringend nach sinnbehafteten Projekten wie sie Brachen und Branchen im Land beleben können. Es würde Gerolstein zu gerne auf diesen Wegen unterstützen, fördern. Hierzu sind entsprechende Ansatzpunkte überbracht und Gespräche darüber bereits geführt worden. Es obliegt nun den politischen Gremien in Gerolstein auch diese einmalige Chance wahrzunehmen.

 

Zukunftsfähigkeit zu demonstrieren gelänge auch mit einer weiteren Entscheidung: Nicht nur Stadt-Bürgermeister Bongartz und die Umweltministerin Höfken haben verstanden, welche weitere Gesamt-Gerolsteiner-Gestaltungskraft, sozusagen rückfließend, die Erweiterung der geplanten Auenlandschaft im Lissinger Kyllbogen zur Anlage eines Sees hätte.  Auch Parlamentarier_innen, wohl möglich Sie selbst, sowie zahlreiche Bürger_innen Gerolsteins, die uns genau deshalb kontaktierten, sind sich diesen Mehrwerts bewusst und fordern ihn ein. 

Wo jetzt noch Brachen und Straßenlärm den Raum zwischen Gerolstein und Lissingen dominieren kann ein einmaliger Erlebnisraum von bisher unvorstellbarer Dimension entstehen.

Wasser ist der Charakter Gerolsteins und ein See wäre der Magnet für Einheimische und Touristen.  Ein See ist ein unvergleichbar verbindendes Element an dessen Ufern sich wie natürlich Stadtraum selbst glänzend erfindet und Gerolstein es gelingt sich weiter daran aufzurichten.

In green architecture am sonnenbeschienenen Hang des Kyllbogens entstünde Hotelerie mit freiem Blick auf das Gerolsteiner Tal, seine Dolomiten, Vulkankegel und den Beginn des Kyllwalds. Anspruchsvolle Apartments, z.B. als Alterssitz, komplettierten und erbrächten zusätzliche Dynamiken in dessen Gesamtumsetzung die lärmende B410 darunter verschwände, die autoverkehrliche Anbindung Müllenborns absichere und in einer weiteren Neuordnung die Burg Lissingen wieder Anschluss hätte an ihre fast 1000-jährige Geschichte, ans Wasser.


 

Gönnen
wir
es
uns!
Mit welcher Überzeugungskraft kann denn noch Ihre FIRU weiterarbeiten?
Stünde es nicht Gerolstein zu Ihrerseits die verbrauchten Kräfte abzurufen oder zumindest den Arbeitsauftrag mit FIRU neu zu definieren?
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Wer mag sich dem verweigern?

 

Was einerseits ein Juwel von Stadtentwicklung ist, ist andererseits eine überlebenswichtige Notwendigkeit, der Aufbau von Wasser-Speicherkapazität. War 2017 der regenreichste Sommer mit großen Überschwemmungen, so folgte in 2018 ein Reigen von Starkregen, großer Hitze und Dürre. Das Mittelmaß ging verloren, das Klima wandelt sich.  

Die Aktion Blau Plus ist ein leuchtendes Beispiel wie darauf agiert werden kann. Es braucht nun weitere Maßnahmen, wie Sperren, die sowohl den Abfluss plötzlich aufkommender, großer Wassermassen hemmen, als auch Reserven für die Landwirtschaft und sonstige Nutzungen sichern um in Trockenzeiten nicht das Mineralwasser erzeugende Grundwasser auszubeuten, sondern ausreichend Oberflächen-Wasser zur Verfügung stellen.

BG

 

Sofia Camargo & Thomas EJ Klasen

0177/4311304–www.gerolsteiner.landateliercamargoklasen@yahoo.de-Katzlerstr. 15–10829 Berlin