Brachen beleben – Branchen beleben

Geehrte Minister des Landes Rheinland-Pfalz,

geehrter Herr Dr. Wissing, geehrter Herr Prof. Wolf.

 

Ein gemeinsames Motto Ihrer beiden Ministerien. Vereint und gemünzt auf die Orte und die Gelegenheiten wo sich eine derartige Synthese anbietet, wie in Gerolstein.

 

Dem Ort des weltberühmten Wassers, des deutschen Marktführers, dem regionalen Wirtschaftsmotor, dem gewinnträchtigen Miteinander von Mensch und Natur.

 

Dem Wandel der Zeiten adäquat und kreativ zu begegnen, ist nicht leicht und überfordert oft selbst große Firmen und Gemeinden, manchmal sogar ganze Nationen.  Bezogen auf die wilde Vulkaneifel erscheint im 7. Jahr seit der Fa. GEROLSTEINER Ankündigung der Aufkündigung ihres großen innerörtlichen Betriebsgeländes das weitere Werden dies „Brunnengeländes“ wie verflixt.

 

Nichts geht mehr. Die Kreisverwaltung hat aktuell halbgare Planungen gestoppt. Wo einst große Hallen standen liegt nun bereits über 1 Jahr bleiern tief im Herzen von Gerolstein eine riesige, grausame Betonplatte.

Prognosen, wann und wie sich daran was ändert, mag nun niemand mehr geben.

Das ist der Eifel BER.

 

Die Verantwortung darüber liegt natürlich in vielen Nuancen begraben und entwickelte sich über viele Jahre hinweg. Zuletzt wurde von Planern Supermärkte vorgeschlagen. Deren örtliches Überangebot hat die Kreisverwaltung nun abgelehnt. Zudem verursacht eine andere „grüne Wiese“ im beschaulichen Gerolstein bereits diametrale Verwerfungen, die es die Landesregierung auch dazu veranlassen der Brunnenstadt mehr als 10 mio. € für einen Stadtumbau bereit zu stellen.

 

Auffällig indes ist bisher, dass bei den offiziellen Planungen zur Wiederbelebung dieser derart großen Brache oder gar der sonstigen Stadt keinerlei ortsspezifische Branchen eine Rolle spielen.

Gelangen Reisende nach Gerolstein ist die Verwunderung riesengroß, wieso vom Nimbus des Wassers sich im Ort praktisch nichts wiederfindet.

 

Jenseits des nun garantierten Stillstands bis 2019 auf dem alten Betriebsgelände bietet sich jedoch hierdurch eine große Chance an. Gerolstein hat die Gelegenheit sich auf seine Stärken zu besinnen. Und die liegen eindeutig beim Wasser. Das BRUNNEN-Gelände bietet alle Möglichkeiten einer neuen Wertschöpfung mit seinem weltberühmten Wasser und seinem Image. Da sind viele: u.a. ein Aqua-Park, ein Besucher-Zentrum von der Fa. GEROLSTEINER an seinen Quellen, ein Wellness-Erleben mit Wasser, ein Seminar-Zentrum zum Wasser und sogar eine wissenschaftliche Institution sind möglich.

Alles das was die Bürgerinnen und Bürger seit Jahren vorschlagen.

 

Im nahen Mainz ist unmittelbar mit Ihnen, den Weisen von Wirtschafts- und Wissenschaftspolitik, Optionen auszuloten wie Gerolstein als ein besonderer Standort zum Thema Wasser ausgebaut, gefördert und mit Universitäten, Forschung und spezialisierter Wirtschaft vernetzt werden kann.

Im nahen Brüssel sind entsprechende Ressourcen für eine derart nachhaltige Entwicklung zu entdecken und zu bespielen.

Sie können mit Ihrer Weitsicht und einer professionellen Verwaltung Gerolstein und eine ganze Region fördern sich zu finden und mit ihr, inmitten einer großen Wüste und Leere von Wissenschaft und Forschung, eine derartige Oase an bestehenden Quellen aufbauen die eine Region zum Sprudeln bringen kann.

 

Die Welt klebt am Wasser. Die Welt-Klima-Konferenz im nahen Bonn war thematisch geflutet vom Wasser. Das evangelisch-christliche „Brot für die Welt“ sieht in seiner Jahresmission Wasser als die Formel für mehr Gerechtigkeit. Wasser ist heilsam, entspannt, ist touristisch sehr attraktiv, durstlöschend, friedensstiftend u.v.m..

 

Gerolstein hat das Wasser und ein Wissen darüber. Machen wir gemeinsam was daraus.

Der Anwendungen und Aufgaben sind keine Grenzen gesetzt. Denn Wasser ist neben Luft das wichtigste Lebensgut und mehr und mehr Grund für Konflikte weltweit.

Überhaupt kann sich um das Thema Wasser ein ganzer Campus von Ausbildung, Dienstleistern und Spezial-Unternehmungen entwickeln. Bereits jetzt sind, außer derer von GEROLSTEINER, Kompetenzen vor Ort. In Pelm wird Kalkgestein zu Substanzen zur Wasserentsalzung veredelt und in Mürlenbach werden Spezialpumpen produziert.

Das Wissen über die Entstehung von reinstem Wasser und seiner schonenden Förderung ist ein know how vor Ort zum Nutzen der Menschen weltweit. Optionen dazu sind zum Thema Wasser stattfindende Fachveranstaltungen, Kongresse zum Wasser, aber auch Feldforschungen und Unterricht am bestehenden System der Gerolsteiner Wasserwerdung.

Es gilt mit Ihnen, der Landesregierung und Universitäten, ob im Land oder im nahen NRW, wie RWTH Aachen, oder der Bundesinstitution GIZ, Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit, und der UNESCO im nahen Bonn, dem UNESCO Wasser-Institut in Koblenz Gespräche zu führen wie sich ein W-I-G oder eine Außenstelle gestalten können.

Durch den Lückenschluss der Eifelquerbahn hätten dann die beiden Wasser-Institute in Rheinland-Pfalz auch eine direkte, moderne und ökologische SPNV-Verbindung.

 

Standorte, die auch des Wassers Einfluss auf unser Wohlergehen und Gesundheit tangieren sind ebenso unmittelbar vorstellbar. Im Wasser-Institut sind die Hörsäle dann auch ein Kongress-Zentrum. Ein dazu erforderliches Seminar-Hotel integriert auch an der Quelle Wellness-Einrichtungen, ein SPA, mit einer Sauna bis zur renaturierten Kyll.

 

Den örtlichen Fluss hat Ihre Minister-Kollegin Höfken mit der Umsetzung des ersten Projekt-Abschnitts von „Aktion Blau“ bereits zu einem großen Aufmerksamkeits-Erfolg und Akzeptanz in der Bevölkerung geführt.

Unser Vorschlag an die Umweltministerin, den Fluss im Verlauf der weiteren Renaturierung und Hochwassersicherung zu Auen und weiter zu einem See im Stadtgebiet umzugestalten findet ihre Unterstützung und auch bereits die der örtlichen Politik, in Namen des Stadtbürgermeisters Bongartz und weiterer.

 

Die Summe von nachhaltigen Einzelmaßnahmen sind die, die einer Kulturnation würdig sind, die die Welt von uns einfordert und die Lokal das Leben und das Wirtschaften zum Genuss und puren Freude machen lassen.

Das ist attraktiv und zieht an. So braucht keiner Bange sein vor dem demografischen Wandel, einem Fachkräftemangel, vor öden Landstrichen und einem Kulturverfall.

 

 

Sofia Camargo & Thomas EJ Klasen